Donnerstag, 10. September 2020

Hochzeiten 2020 und ein ungebetener Gast namens Corona

Schon im Februar haben wir uns alle gefreut. Brautpaare wie auch natürlich ich als Hochzeitsplanerin und freie Traurednerin. Denn mit dem Frühlingserwachen anfangs März, waren die Hochzeitsglocken schon ganz nahe zu hören.
Und dann «Kawums»!!!

Einige glückliche Brautpaare konnten sich noch vor dem Lockdown ins Eheleben schwingen. Wer sich in diesem Jahr für eine Winterhochzeit entschieden hatte, war ein absoluter Gewinner und hatte wahrhaftig einen guten Riecher. Während es einige "verlobte Gspännli" es gerade noch so auf’s Standesamt geschafft haben und die grosse Feier unter Murren und Tränen verschoben werden musste.

Von Mitte März bis Sage und Schreibe Anfang Juni war nicht an eine Hochzeitsfeier zu denken. Die ganze Mühe, das Herzblut, die Stunden welche liebevoll für die Hochzeitsplanung investiert wurde, schienen einfach «draufgegangen» zu sein.

Während dieser echt dummen Zeit durfte ich aber eine kreative und rührende Zeremonie via Online-Schaltung zelebrieren. Ein Überraschungsgeschenk der Brautfamilie an das Brautpaar. Die Freude war gross. Alle Gäste haben sich, wie es sich für eine Hochzeit gehört schick gemacht. Nicht nur das, ich durfte der Familie tolle Tipps geben, wie sie den Tag für die zwei Schätzis doch noch zu einem ganz besonderen Tag machen können. So wurden persönliche Reden in die Zeremonie integriert, kleine Rituale, es wurden virtuell Geschenke überreicht und die Mama der Braut hat den beiden Turteltauben und für deren süssen Nachwuchs, still und heimlich einen schmackhaften Apéro in den Briefkasten gelegt. Auch die Gäste haben sich Häppchen und was leckeres zu Trinken vorbereitet um gemeinsam an zu stossen. Die haben echt alles gegeben. Auch Spiele wurden beim Apéro gespielt. Trotz der Distanz waren sich an diesem Samstagnachmittag am 4. April 2020 alle ganz nah.

Es hat mich beeindruckt, wie kreativ die Brautpaare selber wurden oder auch die Familien und Freunde sich wahrhaftig ins Zeug geschmissen haben, dass die Brautpaare den eigentlichen Hochzeitstag, der auf Eis gelegt wurde, als ganz besonderen Tag erleben durften.

Nach den Lockerungen im Juni war die Verunsicherung noch immer gross. Sperrstunde oder nur eine kleine Anzahl an Gästen, Abstände etc. Verständlicherweise, haben sich Brautpaare entschieden ihre Hochzeit weiter auf 2021 zu verschieben. Wer einen professionellen Hochzeitsplaner bzw. -Planerin in Petto hatte, war auf der sicheren Seite! Denn ich, wie auch meine Kolleginnen des VUSH (Verband unabhängiger Schweizer Hochzeitsplaner), sind in die Ritterrüstung gestiegen und haben den Kampf (die Verhandlungen) mit den Dienstleistern souverän aufgenommen. Aber um ehrlich zu sein, die Dienstleister, die Locations waren in der Mehrheit echt toll und haben die Situation logo auch verstanden.

Nun sind wir im September angelangt und das Virus, welches wir Corona nennen, aber doch in unseren Köpfen lieber als Bier seinen Namen haben sollte, ist noch immer da!

Viele der 2020 Hochzeiten sind um ein oder gar um zwei Jahre verschoben worden. Wie werden wir im nächsten Jahr feiern? Eins ist klar, wir werden feiern, wir werden so feiern, dass es schön sein wird, dass es vernünftig ist und wir unter das Kapitel Covid-19 hoffentlich bald einen Punkt setzen können.

So liebe 2020 Brautpaare, die ihr es geschafft habt in diesem Jahr den Bund fürs Leben zu schliessen, was Besonderes seid ihr sowieso, aber in diesem Jahr gehört ihr echt zur ganz raren Gruppe die Hochzeit feiern durften.

Ich wünsche allen Brautpaaren, ob 2020, 2021 oder jenen die noch kein Datum haben und erst mit der Planung beginnen, eine wunderschöne Planungszeit und das schönste Fest, das sie sich je hätten erträumen können.