Freitag, 04. Oktober 2019

Ökologisch & nachhaltig heiraten

Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Auch bei den Hochzeiten wird immer mehr auf umweltschonende Utensilien und Dekoration geachtet ohne an Glamour zu verlieren.

Eine Hochzeit ist ein einmaliges Ereignis, das im idealen Fall nur einmal gefeiert wird und für ein Leben hält. Also warum sollt ihr als Brautpaar nicht richtig raushauen und den guten Wein aus Kalifornien servieren, Häppchen mit Lachs aus dem Nordatlantik geniessen oder Blumen einfliegen lassen, die bei uns keine Saison haben oder bei uns gar nicht heimisch sind?

Der kalifornische Wein ist beim regionalen Weinhändler ja schon verfügbar, den Lachs bekomme ich auch vom Caterer angeboten und um die Blumen kümmert sich der örtliche Florist.

Wenn ihr nun aber in der sogenannten Wertschöpfungskette zurückreist, mussten die Produkte zu irgendeinem Zeitpunkt auf Reisen gehen. Natürlich will ich niemandem etwas vorschreiben. Was ich euch aber mit auf den Weg geben möchte sind ein paar kleine Tipps, wie ihr eure Hochzeit etwas grüner und nachhaltiger gestalten könnt.

Die Einladungen

Neues schneeweisses Papier wird aus Holzfasern hergestellt. Wer etwas Gutes für die Wälder tun möchte greift auf ein Recyclingpapier zurück. Natürlich unterscheidet sich dieses Papier etwas in der Farbe, aber die Anbieter für Einladungskarten haben tolle Möglichkeiten mit recyceltem Papier. Los seht nach ;o).

Die Lokalität

Hotels, Schlösser, Burgen etc. bieten sich perfekt für eine Hochzeit an und bestehen bereits und müssen nicht extra aufgestellt oder gebaut werden. Auch wenn es auf den ersten Augenblick so scheinen mag, ist eine Hochzeit auf einer Wiese (und evt. einem prachtvollen Zelt) nicht grad grüner. Bedenkt, es muss das Inventar, die Dekoration, die Speisen, und die Getränke mit Fahrzeugen angeliefert werden.
Eine super Lokalität für Hochzeiten finde ich Gärtnereien, die ihre Blumenhäuser für Zeremonien und das Hochzeitsfest anbieten. Toller Nebeneffekt, die Blumendekoration ist weitgehend schon da.

Die Kleidung

«Go Vegan» ein Gesundheits- oder Life Style Trend, man weiss es nicht so genau. Aber doch kann man auf das eine oder andere Detail bei der Kleidung achten.
Statt der schicken Lederschuhe aus Italien, gerne mal einen Schuh aus veganem Leder in Betracht ziehen und merken, dass sie vom Augenschein her gar nicht gross abweichen.
Die Hochzeitskleider werden zum grössten Teil in Asien produziert. Das Kleid hat bis es bei der Braut ankommt einen langen Weg hinter sich. Wer beim Kleid nicht sparen will und muss, geht zu einem regionalen Schneider und lässt sich ein einzigartiges Kleid auf den Leib schneidern.

Die Gäste

Natürlich soll am besten die ganze Welt bei der Hochzeit dabei sein. Habt ihr euch zu Beginn auf max. 60 Gäste geeinigt, werden daraus schnell mal 100. Da spricht sicherlich gar nichts dagegen. Aber muss der entfernte Verwandte aus Alaska, mit dem ihr schon seit 5 Jahren nicht mehr gesprochen habt wirklich dabei sein?
Oft zaubert eine etwas überschaubarere Gesellschaft eine intimere Feier.

Der Wein (die Getränke)

Uuuuffff Weine gibt es so viele und noch mehr die ja soooo lecker sind. Der 689 Six Eight Nine Red Napa Valley 2017 aus Kalifornien, der ist so richtig vollmundig und passt super zu Hochzeitsmahl.
Gerade aber auch die Schweiz hat ein riesen Sortiment an genussvollen Weiss-, Rosé- und Rotweinen. Viele Winzer bieten auf ihren Weingütern oder Höfen Degustationen an. Das Schöne daran ist, ihr unterstützt die regionalen Weinbauern, erlebt die Schweizer Vielfältigkeit und könnt eure Gäste überraschen.

Die Speisen

Viele Lokalitäten verfügen bereits über eine Hauseigeneküche und arbeiten mit regionalen Bauern, Bäckereien, Metzgern etc. zusammen. Auf den ersten Blick mögen die Preise wohl etwas höher scheinen, jedoch ist die Qualität und der Genuss das Geld absolut wert.
Wählt ihr eine Lokalität bei welcher ihr einen Caterer beauftragen müsst? Auch hier überhaupt kein Problem. Sucht einen der nachhaltige Produkte verwendet und nicht allzu weit von der zu beliefernden Lokalität entfernt ist. Dies gilt natürlich nicht nur für das Dinner, sondern auch für die Häppchen und die Hochzeitstorte.

Die Blumen

Wer hier gerne der Natur etwas Gutes tun möchte, wählt für den Brautstrauss und die Blumendekoration ebenfalls regionale und saisonale Blumen. Gerade voll im Trend sind Feld- und Wildblumen oder sogar Disteln. Aktuell werden diese locker und hängend gebunden und strahlen eine bezaubernde Leichtigkeit und Fröhlichkeit aus. Ein toller Hingucker für die Tischdekoration sind auch süsse kleine Topfpflänzchen, welche als Gastgeschenke weiterverschenkt werden können.

Die Bräuche & Traditionen

Bei uns ist das steigenlassen von Ballons mit guten Wüschen für das Brautpaar ein absoluter Klassiker. Wer freut sich nicht, wenn Monate nach der Hochzeit Post mit der Karte eines Gastes ins Haus flattert. Was aber etwas unschön an dieser Tradition ist, ist dass die Ballons auf Feldern und Wiesen landen und beim Mähen ins Tierfutter gelangen können, was alles andere als gesund für den tierischen Magen ist. Das Gleiche gilt auch für Himmelslaternen. Wer nicht auf solche Bräuche verzichten mag, informiert sich gerne über ökologische Alternativen.
Ich selbst habe für eine Hochzeit Schwimmlaternen auf dem Bodensee platziert. Es war mir sehr wichtig, dass diese zu 100% biologisch abbaubar sind und den See und die darin lebenden Fische nicht belasten.

Die Flitterwochen

Bali, Malediven oder Kuba. Wow wunderschöne Destinationen und auch ich gehe gerne reisen und ja auch mit dem Flugzeug.
Wer ganz grün in die Ehe starten möchte, schnappt sich einen Rucksack und erkundet die Heimat zu Fuss oder auf dem Drahtesel. Denn auch ich selbst bin immer wieder überrascht, was die Schweiz alles zu bieten hat.

Es gibt viele Kleinigkeiten, auf die wir alle achten können, damit das Heiraten auch etwas nachhaltiger und umweltschonender wird. Braucht es Plastikstrohhalme, unüberlegte Gastgeschenke, die für die Gäste (ehrlich gesagt) oft nicht brauchbar sind etc.

Dies sind nur Tipps, die ich einfach nur gerne weitergebe.